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Dienstag, 20. August 2019
   
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1.; Jesus von Nazaret
Botschaft und Geschichte
Bandangabe: 1.
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Inhalt
Ein faszinierendes Bild von Ursprung, Ausbreitung und schriftlicher Überlieferung des Christentums, historisch seriös, verständlich geschrieben, mit einer beispiellosen Fülle von Informationen.
Es ist dem Verlag Herder zu danken, daß mein Buch "Jesus von Nazaret - Botschaft und Geschichte" jetzt als Paperback-Sonderausgabe erscheinen und damit einem noch größeren Leserpublikum zugänglich gemacht werden kann. Damit ist auch dem Wunsch zahlreicher Kollegen und Studenten, der wiederholt an mich herangetragen wurde, entsprochen worden.
Die Jesus-Frage ist nach wie vor aktuell. Objektiv ist sie von bleibender Aktualität. Faktisch hat sie in den letzten Jahren durch das Erscheinen mancher Jesus-Bücher an Aktualität gewonnen. Ich hatte damals im Vorwort auf das wachsende Interesse an der Jesus-Frage und an der Persönlichkeit Jesu in der breiten Öffentlichkeit und auch der nichttheologischen wissenschaftlichen Welt aufmerksam gemacht und insbesondere auf die Werke von zwei bedeutenden Zeitgenossen unseres Jahrhunderts hingewiesen, nämlich die Bücher "Die maßgebenden Menschen" des Philosophen Karl Jaspers und "Bruder Jesus" des jüdischen Autors Schalom Ben-Chorin. Beides sind Bücher, die zu lesen und mit denen sich auseinanderzusetzen, sich lohnt. Jaspers stellt Jesus neben Sokrates, Konfuzius und Buddha, die er als die für die Menschheit maßgebenden Menschen ansieht. Was er - als distanzierter Beobachter - in seinem Buch ausführt, gehört mit zum Besten, was in unserem Jahrhundert zu Jesus gesagt worden ist. Ben-Chorin legt mit seinem engagiert geschriebenen und - wie er selbst sagt - von der Intuition inspirierten Buch Zeugnis dafür ab, daß man im Judentum Jesus als Angehörigen des eigenen Volkes neu zu entdecken beginnt.
Inzwischen haben wir ein Stadium erreicht, in dem Jesus zur billigen Modesache gemacht wird. Nicht die Information, sondern die Sensation diktiert hier die Feder. Nicht nachgeprüfte Vermutungen, Verdächtigungen und lancierte Berichterstattung werden zu einem Jesus-Brei zusammengerührt und als das Neueste marktschreierisch angeboten. Aus den USA kommend, wurde ein Bestseller bei uns gelandet, in dem Jesus zur Verschlußsache erklärt wurde. Fernseh-Journalisten haben daraus einen Jesus-Krimi gemacht. Die Diskussion mutet an wie die Diskussion über die Existenz des Mondkalbs. Möglicherweise sind solche Entwicklungen von antichristlichen Affekten getragen. Teilweise hängen sie aber auch damit zusammen, daß in der Print- und Medienlandschaft sensationelle Nachrichten in den meisten Fällen als gute Nachrichten gelten. Auch die Srinagar-Geschichte hat man wieder aus der Mottenkiste hervorgeholt. Nach ihr sei Jesus, aus seinem angeblichen Scheintod wiedererwacht, nach Kaschmir gegangen und dort nach einem segensreichen Weiterwirken gestorben und begraben worden. Warum ist noch niemand auf den Gedanken gekommen - in neuerer Zeit -, daß Jesus in seiner Jugend nach Indien und Tibet gepilgert sei, um dort den Buddhismus kennenzulernen und dann, in seine Heimat zurückgekehrt, mit seinem Evangelium eine gewandelte buddhistische Lehre zu verkündigen?
Es gibt ein Jesus-Bild des Glaubens. Hier sollte man vielleicht besser von einem Christus-Bild sprechen. Es ist das Bild meist vom erhöhten Christus. Daß sich dieses Bild wandeln konnte, zeigt ein Blick in die Geschichte der christlichen Kunst. Sie reicht von den Katakomben über die verschiedenen Kunstepochen bis in unsere Zeit. Immer wurde Christus anders, mit den Augen der jeweiligen Zeit, gesehen. Vielleicht läßt sich sogar sagen, daß jeder gläubige Christ sein eigenes, von persönlichen Erfahrungen geprägtes Christus-Bild besitzt. In besonderer Weise hat sich das Bild vom gekreuzigten Christus, von der Kunst gefördert, dem gläubigen Sinn eingeprägt. Die älteste Darstellung des gekreuzigten Christus haben wir auf der Holztür der Kirche Santa Sabina (um 430) auf dem Aventin in Rom. Der Mensch Jesus tritt jeweils in bestimmten Zeitläuften in den Mittelpunkt, in der franziskanischen Bewegung, in der Zeit der Kreuzzüge.
Das wissenschaftlich-historische Interesse am Menschen Jesus erwacht mit der Aufklärung. Es wird aus anderen Quellen gespeist und gedeiht zunächst außerhalb oder am Rand der Kirche. Erst allmählich dringt es in die Kirche ein, wird aber lange Zeit mit Skepsis beobachtet. Es erschien mir wichtig, auch von diesen Anfängen der Diskussion über die Jesus-Frage in diesem Buch zu berichten (vgl. Kapitel 1). Es läßt sich beobachten, daß auch hier die Zeitläufte auf die Darstellung des Jesus-Bildes abfärbten. Noch deutlicher ließe sich dies zeigen, wenn man über die historische und exegetische Literatur hinausginge und Predigtliteratur der verschiedenen Kirchen in die Überlegungen miteinbezöge. Jesus, der Ordnungsstifter, der liberale Jesus, Jesus der Sozialreformer sind Aspekte, die sich zeitweilige Geltung verschaffen konnten. Offenbar war es nur schwer möglich, in dieser Frage das Subjektive vom Objektiven zu trennen. A. Schweitzer hat einmal gesagt, daß es kein persönlicheres historisches Unternehmen gäbe, als ein Leben Jesu zu schreiben, und daß man den Büchern, die geschrieben wurden, seinen ganzen Haß oder seine ganze Liebe, deren man fähig war, eingehaucht habe.
Was hier vorliegt, ist kein Leben Jesu. Ein Leben Jesu zu schreiben, ist von den Quellen her nicht möglich. Botschaft und Geschichte Jesu stehen im Blickpunkt. Der Akzent ruht dabei auf der Botschaft. Die Geschichte verdichtet sich in den Evangelien auf seine öffentliche Wirksamkeit und nimmt besonders konkrete Gestalt an in seiner Passion. Auch in der Einbeziehung der Schilderung der zeitgeschichtlichen Situation, der geistig-religiösen und der sozialen Lage, kommt das geschichtliche Element zum Ausdruck. So möge das Buch dem Leser helfen, daß er ein Bild gewinne von Jesus, der einst die Zeiten wendete.
 
München, im Januar 1993
Joachim Gnilka
Details
Systematik: BTh 600
Beschreibung: 336 S.
Mediengruppe: Buch
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