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1.; Buddhismus
Jahr: 1998
Übergeordnetes Werk: Die Weltreligionen / Trutwin, Werner
Bandangabe: 1.
verfügbarverfügbar
Exemplare
StandorteStatusFristVorbestellungen
Standorte: RPS 422/76 -1 Status: Verfügbar Frist: Vorbestellungen: 0
Inhalt
VORWORT
 
Liebe Schülerinnen und Schüler,
die Geschichte des Buddhismus beginnt vor fast 2500 Jahren, also zu einer Zeit, in der an verschiedenen Orten der Welt große geistige Entdeckungen gemacht wurden, die bis heute für viele Menschen maßgeblich geblieben sind. Damals verkündeten in Israel und Babylon die jüdischen Propheten das Wort und die Gebote des Einen Gottes, in Griechenland begannen die ersten Philosophen eine unabsehbare Geschichte des Denkens und in China begründete Konfuzius eine neue Kultur. Im selben Zeitraum scharte sich in Indien eine Gemeinde von Männern und Frauen um die Person eines Adeligen, der mit 29 Jahren der Welt entsagt hatte und im Bewusstsein, dass alle Wirklichkeit leidvoll sei, auf die Suche nach Heil und Befreiung gegangen war. Die alte Religion, in der er aufgewachsen war, konnte ihm seinen Lebenssinn nicht mehr erschließen. Er fand eine Antwort auf sein Streben in einer wunderbaren Erleuchtung, die ihm den Namen "Buddha" brachte. Seine Erfahrungen fasste er in einer tiefsinnigen Lehre zusammen, die er seinen Zeitgenossen auf seinen Wanderungen über 40 Jahre lang darlegte. Am Ende starb er wie ein Vollendeter im Kreis seiner Schüler und erreichte im endgültigen Verlöschen das Ziel, das er angestrebt hatte: die Befreiung vom unaufhebbaren Leid des Daseins.
Wie keine andere Gestalt Asiens hat der Buddha durch sein Vorbild und seine Lehre gewirkt. Er hat das religiöse Leben der Menschheit in einem Maß angeregt, reformiert und bereichert wie kaum jemand sonst. In dieser Hinsicht ist er nur mit Mose, Jesus und Mohammed zu vergleichen.
Die Gleichgesinnten, die sich um ihn scharten, bildeten den Kern einer neuen Bewegung, deren Ausstrahlungskraft immer noch weiter wächst. Sie brachte schon unzählige Menschen auf einen guten Weg und ist vielen auch heute eine wirksame Kraft zur Bewältigung ihres Lebens.
Religion und Mystik, Philosophie und Psychologie, Literatur und Kunst des Buddhismus gehören zu den bedeutenden geistigen Leistungen der Menschheit. Vor allem das hohe Ethos des Buddhismus spricht heute viele Betrachter unmittelbar an. Darum ist das große Interesse, das der Buddhismus überall auf der Welt findet, verständlich. Viele erhoffen sich von ihm einen Beitrag zur Lösung wichtiger Menschheitsprobleme.
Aber die Beschäftigung mit dem Buddhismus ist nicht leicht. Er versperrt sich einem raschen Verständnis, weil unsere täglich erfahrene Lebenswelt mit vielen Grundauffassungen des Buddhismus nicht übereinstimmt. Wer sich mit dem Buddhismus befasst, begibt sich in eine fremde Welt, die nicht nur deshalb schwer zugänglich ist, weil der räumliche und zeitliche Abstand, der uns von den Zentren des Buddhismus trennt, gewaltig ist. Schwieriger noch wird der Zugang durch den Umstand, dass diese Welt aus anderen Wurzeln lebt als die unsere, die vor allem von der Philosophie der Griechen, von der Religion der Bibel und von dem Denken der Moderne bestimmt ist. Diese Faktoren haben den Buddhismus ursprünglich nicht geprägt. Darum muss uns vieles aus der buddhistischen Begriffs- und Bilderwelt zuerst unverständlich erscheinen. Die Vorstellungen von Gott und Welt, Geschichte und Mensch unterscheiden sich grundlegend von denen, die bei uns vorherrschen. Sie machen das Verständnis buddhistischer Texte und Kunstwerke für uns so schwer.
Aber wie bei jedem Kontakt mit Fremdem kann man gerade auch hier wichtige neue Erfahrungen machen und die eigenen Lebensperspektiven erweitern. Jedenfalls sind die meisten, die einmal den nicht leichten Versuch gemacht haben, sich auf den Buddhismus einzulassen und sein Profil kennen zu lernen, von ihm so fasziniert gewesen, dass sie sich immer aufs Neue seinen Anregungen ausgesetzt haben, auch wenn sie nicht selbst Buddhisten geworden sind.
Auf dem Umschlag dieses Arbeitsbuches sehen Sie ein Bild, das einen Ausschnitt aus einer Wandmalerei aus Bangkok (Thailand) vom Ende des 18. Jahrhunderts zeigt. Das Bild bietet kein historisches Motiv aus dem Leben des Buddha, sondern zeigt in einer alten mythologischen Sprache, welche Bedeutung der Buddha für seine Anhänger hat. Wie ein Himmelsgeschenk steigt er auf einer dreifachen Treppe aus der himmlischen Götterstadt auf die Erde herab. Viele Götter, die ursprünglich nicht zum Buddhismus gehörten, begleiten ihn, so der Hindugott Brahma, der über ihm den Schutzschirm hält, und der grünfarbige Indra, den schon die Arier vor 3500 Jahren in Indien verehrt haben. Der Buddha selbst ist mit einem einfachen Mönchsgewand bekleidet. Auf seinem Kopf leuchtet eine spitze Flamme (Ushnicha), die auf seine Erleuchtung und Weisheit hinweist. Seine Füße stehen auf einer Lotosblume, die ein Symbol der Erlösung ist, weil sie aus den dunklen Tiefen des Wassers aufsteigt und oben auf dem Wasser mit ihrer leuchtenden Pracht blüht. Sie ist ein Bild für die Lehre des Buddha, die die Dunkelheit des Lebens überwindet und einen Weg zum Licht zeigt. Die dunkle Welt unten freut sich auf sein Kommen. Zu seinen Ehren wachsen die Blumen und erklingt Musik. So zeigen alle Elemente des Bildes, wie wohltuend der Buddha mit seiner Lehre für die Menschen ist.
Unter dem Farbbild sieht man das Rad der Lehre, ein beliebtes buddhistisches Symbol. Der Buddha hat es nach seiner Erleuchtung in Bewegung gesetzt, damit seine Lehre sich überall ausbreiten kann. Die acht Speichen des Rades erinnern an den achtfachen Pfad, den seine Anhänger gehen sollen, um zu dem Ziel zu kommen, das der Buddha ihnen gezeigt hat.
Wenn Sie sich ohne die Vorbehalte, die man heute gelegentlich gegenüber allen Formen der Religion hat, auf das Wagnis einlassen sich einer neuen geistigen Welt zu nähern, werden Sie - so ist zu hoffen - aus der Beschäftigung mit dem Buddhismus nicht unbeträchtlichen Gewinn ziehen.
 
Bonn, den 28. März 1998
Werner Trutwin
Details
Jahr: 1998
Systematik: RPS 422
ISBN: 978-3-491-75635-9
Beschreibung: 136 S.
Mediengruppe: Buch
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